Worum es geht
Das Brot ist nach dem Ofen noch nicht fertig. Die Krume ist innen heiß und gummig, sie wird erst beim Abkühlen fest, und dabei wandert Wasser aus dem Inneren nach außen. Wer jetzt anschneidet, bekommt eine nasse, zähe Scheibe, und das ist der Fehler, den du am leichtesten vermeidest.
So machst du es
- Sonntag 8:45 Uhr, aufs Gitter: Das Brot liegt schon auf dem Gitter. Stelle es frei hin, sodass an allen Seiten Luft herankommt, nicht neben den heißen Ofen und nicht in den Zug eines offenen Fensters. Decke es nicht ab.
- Ab 9 Uhr, warten: Lass das Brot auskühlen und fasse es nicht an. Am Anfang knistert und knackt die Kruste, das ist das Zeichen, dass sie sich zusammenzieht. Lass das Knistern verklingen.
- Mindestens zwei Stunden: Schneide nicht vor 11 Uhr an. Länger warten schadet nicht, kürzer schon.
- Ab 11 Uhr, anschneiden: Nimm ein Sägemesser. Beginne in der Mitte des Laibs, nicht am Ende, und säge mit wenig Druck, ohne zu quetschen.
- Backtag, offen lagern: Lege den Rest mit der Schnittfläche nach unten auf ein Holzbrett. Du kannst eine Haube darüberstellen, die nicht ganz dicht schließt, etwa eine Kuchenhaube oder eine umgedrehte Schüssel. So bleibt die Kruste knusprig.
- Ab Montag, in Tuch oder Brottopf: Wickle das Brot in ein Leinen- oder Baumwolltuch oder lege es in einen Brottopf. Die Schnittfläche liegt weiter unten. Die Kruste wird nun weicher, die Krume bleibt saftig. Stelle das Brot nicht in den Kühlschrank: Dort wird die Krume am schnellsten trocken und fest.
- Der Rest, in Scheiben einfrieren: Brauchst du das Brot nicht innerhalb von drei bis fünf Tagen, schneide den Rest in Scheiben, lege Backpapier dazwischen und friere sie in einem verschlossenen Beutel ein. Dazu muss das Brot ganz kalt sein. Nimm die Scheiben direkt aus dem Frost und toaste sie, sie müssen nicht auftauen.

Woran du erkennst, dass es stimmt
Die Kruste ist kühl, und nichts knistert mehr. Beim Anschnitt trennt das Messer die Krume sauber, es bleibt nichts an der Klinge kleben. Drücke mit dem Daumen sanft auf die Schnittfläche: Die Krume federt zurück und ist trocken. Hast du zu früh angeschnitten, ist sie gummig und feucht, die Scheibe fällt zusammen, und das Messer schmiert. Dann lege den Rest mit der Schnittfläche nach unten und lass ihn weiter ruhen; zähe Scheiben werden getoastet besser.
Merksätze
- Nach dem Ofen aufs Gitter, und zwei Stunden nicht anschneiden.
- Am Backtag offen, ab dem zweiten Tag im Tuch oder Topf, die Schnittfläche immer unten.
- Nie in den Kühlschrank, sondern den Rest in Scheiben in den Frost.
In der Pro-Fassung: was beim Abkühlen in der Krume passiert, Auskühlzeiten nach Brotsorte, die Gefäße im Vergleich, Einfrieren und Aufbacken sowie Schimmel und Altbackenwerden.